GOLDIMPLANTATION

nach der Wiener Schule (nach M. Kasper und A. Zohmann) seit 1994

Eine schonende, minimalinvasive Dauerhilfe für chronisch schmerzhafte Gelenkerkrankungen bei Hunden:

  • Arthrosen von
    Schulter, Ellbogen, Hüfte, Knie, Zehengelenke
  • Hüftgelenksdysplasie (HD) und Ellbogendysplasie
  • Wirbelsäulenveränderungen und deren Folgen

Bei vielen Erkrankungen ist die Goldimplantation Mittel der Wahl geworden und hat andere chirurgische Verfahren verdrängt. Vor allem bei Patienten, die bereits an Arthrosen in mehreren Gelenken leiden, ist sie eine echte Alternative.

(Prinzipiell kann dieses Verfahren auch bei Katzen mit Erfolg angewandt werden.)

 

Was ist die Goldimplantation?

Der Erfolg der Golddrahtimplantation liegt in der umfassenden Diagnostik.

Diese zielt auf die Erfassung aller Schmerzsituationen im gesamten Bewegungsapparat. Die Goldimplantation behandelt nicht nur das einzelne Gelenk, sondern den gesamten Bewegungsapparat mit dem Ziel der Harmonisierung des Bewegungsablaufes.

Hunde mit Wirbelsäulen- oder Hüftproblemen werden oft mit Schmerzen in den Vorderbeinen vorgestellt, da diese Gelenke (Schulter und Ellbogen) durch eine Schonhaltung übermäßig belastet werden.

Gesunde Hüften bzw. Hinterextremitäten leisten ca. 70 % des Vorwärtsschubes. Bei der HD bzw. anderen schmerzhaften Hüftgelenkserkrankungen zum Beispiel fehlt der notwendige Schub aus der Hinterhand. Ist die Hüfte chronisch erkrankt, müssen die Wirbelsäule und die Vorderextremitäten mehr leisten als sie es von der Veranlagung her sollen oder können – und dies bei jedem Schritt! Zwangsläufig überlasten die Vordergliedmaßen (zuerst Ellbogen, dann Schulter und Zehengelenke) und die Gesamtleistung der Wirbelsäule nimmt ab. Diese chronisch überlasteten Regionen reagieren letztlich alle schmerzhaft und verändern sich im Sinne von Vorstufen von Arthrosen und Arthrosen (im Sinne einer „frühzeitigen Alterung“ der Strukturen).

Schließlich entstehen aus der HD eine Hüftgelenksarthrose und eine Schmerzkrankheit, die weite Teile des Bewegungsapparates erfassen kann. Alle diese Vorgänge werden als sog. „Schmerzreise“ bezeichnet.

Dort setzt die Golddrahtimplantation erfolgreich ein: wir behandeln nicht nur den Ausgangspunkt, sondern alle nachweisbaren, chronischen (wenn auch sekundären) Gelenkprobleme.

 

Ablauf am Beispiel der Hüftdysplasie/Hüftarthrose:

Nach einer sorgfältigen klinisch-orthopädischen Untersuchung mit Hilfe von u. a. Gangbildanalyse, Schmerz- und Triggerpunktpalpation (= manuelle Untersuchung auf Schmerzsituationen) und Gelenksfunktionsprüfungen wissen wir genau Bescheid, wo und warum es „weh tut“!

Röntgenaufnahmen:

Es werden gezielte Röntgenaufnahmen der Schmerzregionen angefertigt, um feststellen zu können, ob es in der betroffenen Region bereits zu sichtbaren Veränderungen gekommen ist, was letztlich Auswirkungen auf das Implantationsausmaß, die Intensität des Bewegungstrainings und die Prognose hat.

Am Beispiel der HD bzw. der Hüftgelenkserkrankungen werden dem Hund in Narkose um jede Hüftpfanne an mehreren Stellen mehrere Golddrahtimplantate eingesetzt. Der Eingriff dauert je nach Schwere der Erkrankung in der Regel zwischen 45 Minuten und zwei Stunden:

Eine Hohlnadel wird an das Zielgebiet (z. B. Gelenkskapsel, hüftbewegende Muskulatur…) herangeführt. Die Einstichstellen befinden sich an Akupunkturpunkten vor, über und hinter dem Hüftgelenk. Nach Prüfung der richtigen Lage der Implantationsnadel werden in den Konus der Nadel ein bis drei, ca. 2 – 3 mm lange, sterile Golddrahtstücke (24 Karat Gold) eingelegt und mit einem stumpfen Metallstift (Mandrin) in die Tiefe vorgeführt.

Danach wird die Nadel und dann der Mandrin entfernt und der ca. 0,5 cm lange Hautschnitt mit einer Naht verschlossen. Bei Bedarf und arthrotischen Veränderungen wird über die gleichen Punkte an den Oberschenkelhals bzw. die hüftbewegende Muskulatur implantiert.

Nach Beendigung der Narkose stehen die Hunde problemlos auf – so, als wäre nichts geschehen. Der Eingriff verursacht nur sehr kleine Wunden (minimal invasiv) und bereitet dem Patienten keine zusätzlichen Schmerzen (im Gegensatz zu vielen anderen chirurgischen Verfahren).

24-karätiges Gold wird vom Körper nicht als fremd erkannt (es ist biologisch inert) – daher wachsen die Golddrahtstücke ohne weitere Probleme im Gewebe ein, verbleiben ein Leben lang an ihrer gewünschten Stelle und wandern nicht! An seinem Bestimmungsort wirkt das Gold nun entzündungshemmend.

 

Wann kann ich mit Erfolgen rechnen ?

Frühestens nach zwei Tagen, meist jedoch nach zwei Wochen, können die positiven Veränderungen beim Patienten beobachtet werden. Die chronischen Schmerzen nehmen deutlich ab oder verschwinden gänzlich.

 

Wie geht es nach der OP weiter? Was muss ich beachten? 

Nach jahrelanger Schonbewegung werden die Muskeln wieder bestimmungsgemäß genutzt. Dadurch kann Ihr Hund nach der OP Muskelkater verspüren. Linderung verschafft 2x tägliches Bewegungstraining an der kurzen Leine im forcierten Schritt bis zur Nahtentfernung (idR 10-14 Tage nach der OP). Keine Toben, kein wildes Spiel, kein Traben. Diese Phase erfordert keine Schmerzmittel und kann bis zu 3 Wochen anhalten.

 

Bei welchen Patienten ist die Golddrahtimplantation sinnvoll?
Es werden vorwiegend Hunde mittleren und hohen Alters operiert, aber auch junge Hunde mit teilweise hochgradigen Veränderungen – nach dem Motto: „Je früher desto besser!“.

Um realistisch zu bleiben

  • Aus einem alten Hund mit jahrelangen Problemen wird kein „junger Hüpfer“ mehr; aber für die Restlebenszeit können wir die Lebensqualität des Hundes deutlich heben: Er will wieder spazieren gehen, wieder Stufen steigen, wieder am Leben von „Herrchen und Frauchen“ teilhaben – viele ältere Hunde sind (nach Verringerung der Schmerzen) auch wieder besser gelaunt – bzw. deutlich weniger aggressiv!
  • Bei jüngeren Hunden zielen wir darauf ab, eine physiologische, also normale, Bewegung zu erreichen – und dies ein Leben lang. Die Goldimplantate verbrauchen sich nicht – bleiben daher zeitlebens aktiv!
    Wenn früh die Diagnose HD gestellt wird (beispielsweise durch Vererbung der Krankheit), können die Implantate Schmerzen lindern, wodurch eine Schonhaltung verhindert wird. Somit werden schwerwiegendere Sekundärveränderungen (zB Arthrosen) gar nicht erst ausgebildet.

 

Quellen:
Autor: Dr. Markus Kasper, Fachtierarzt für Akupunktur und Neuraltherapie, Tierklinik Aspern, Wien, A.
Co-Autor: Dr. Andreas Zohmann, Fachtierarzt für Akupunktur und Neuraltherapie, Vierbeiner-Reha-Zentrum, Bad Wildungen, D.
https://www.vierbeiner-rehazentrum.de/medizinisches-angebot/goldimplantation.html (abgerufen am 22.07.2019)

 

Chronische Zahnfleischentzündung bei Katzen

Grundsätzlich ist es auch möglich, bei der chronischen Zahnfleischentzündung der Katzen sehr kleine Golddrahtstücke unter die Gingiva (Zahnfleisch) zu implantieren. Da elementares Gold nachhaltig entzündungshemmend wirkt, hat es dort einen dauerhaft schmerzstillenden und abschwellenden Effekt. Eine spürbare Steigerung der Lebensqualität stellt sich ein und die Einnahme von medizinischen Langzeitpräparaten (Cortison) wird unnötig.

Dieses Verfahren aus der Tiermedizin wird seit längerer Zeit mit viel Erfolg auch beim Menschen angewandt.